Auf ein Neues
Meine Freude ist groß - nach insgesamt 24 Jahren und zuletzt zweieinhalb sehr

ereignisreichen Jahren in meiner Wahlheimat Aschaffenburg habe ich dieser unterfränkischen Stadt den Rücken gekehrt. In der vergangenen Nacht bin ich mit meinem voll beladenen Golf gen Ostsee aufgebrochen und heute Mittag dort angekommen. Wie ich danach erfuhr, ist meine am vergangenen Dienstag von einer Spedition abgeholte, gesamte Einrichtung aus der Breslauer Straße 8 nicht wie gewünscht in Dummerstorf an der Ostsee angekommen, sondern befindet sich in einem Storage bei Pfungstadt nahe Darmstadt. Die Spedition war offensichtlich nicht in der Lage, meinen schriftlichen Auftrag zu lesen, geschweige denn ihn umzusetzen.

Ein schweigendes, unbewegliches Deutschland
So erlebe ich auch hier wieder unser Land, in dem Menschen z.B. beim Einkauf im Supermarkt selbst auf eine freundliche Ansprache entweder gar nicht oder aggressiv reagieren, in einer sehr, sehr festgefahrenen und unbeweglichen Lage. Die Situation in der deutschen Automobilindustrie, die als Kernstück der deutschen Wirtschaft als äußerst ernst zu betrachten ist, darf insofern als übergeordenter Spiegel dieser Unbeweglichkeit verstanden werden.
Der innere Halt
Aufgrund der heute erkennbaren Situation bzgl. meines Interieurs, bin ich mir noch immer nicht klar darüber, wo mein neues Domizil lokalisiert ist. Die schöne Insel Rügen hielt ich lange Zeit für einen möglichen neuen Standort, auch als Rahmen für meinen künstlerischen Weg mit meinem Unternehmen L-art. Ich erhoffte mir von dem Ort, wo sehr viele betuchte Menschen teilweise leben und teilweise als Touristen dort einen Ruherort suchen und vielleicht finden, einen Absatzmarkt für meine Artworks aufzubauen. Mittlerweile bin ich wieder von dem Standort Deutschland als Markt dafür weniger überzeugt. Ich sehe in unserem Land und den Gesichtern der Menschen neben Aggression eine große Angst vor Zukunft und Gegenwart. In dieser Zeit, in der die politischen Machtverhältnisse in unserer Welt zunehmend aufbrechen, sich verschieben und eine neue Ordnung erfahren, fehlt den meisten Menschen der aus Regierung und Politik scheinbar gegebene Halt. Nach bereits heute krisengeschüttelten Jahren zu Beginn der 20er des 21. Jahrhunderts, setzt sich dieser Trend offensichtlich fort. Die Kriege im Iran, rund um Israel und in der Ukraine hängen ursächlich damit zusammen.
Ursachen von Krise und Aggression
Sind Menschen nicht willens und fähig, sich einen Halt von innen heraus und selbst zu geben, mündet diese Unsicherheit zumeist in den heute weit verbreiteten Hass und eine Aggression dem jeweils Nächsten gegenüber. So gilt in diesen Tagen und Wochen für jedwede Entwicklung und Beschlussfindung - The only constant is change. Es handelt sich bei diesem, meinem Lebensmotto, um einen Spruch, den meine ehemalige Lebensgefährtin Gudrun mir vor nahezu 20 Jahren, als wir noch ein Paar waren, in Postkartenform mit einem Boot vor einem asiatischen Hintergrund zusandte. Ich bin ihr bis heute dankbar dafür. :D





