2026 - Deutschland und seine Reformen
- Jost Sagasser M.A.
- vor 10 Stunden
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Die Regierung unter dem amtierenden Bundeskanzler Dr. Friedrich Merz ist heute genau seit 9 Monaten im Amt. Zeit einmal genau hinzuschauen, um zu sehen, wo deren Arbeit Früchte trägt und wo nicht. Als bildender Künstler in Deutschland glaube ich, dass das Team um Merz international die Situation gut erkannt hat und unser Land weitestgehend zukunftsorientiert aufstellt. Zu erwähnen ist dabei das transatlantische Verhältnis zu den USA und die dazu wieder stimmiger arbeitende europäische Geschlossenheit im Rahmen der EU. Gerade in Zeiten von Protektionismus und Abschottung ist es wichtig grenzüberschreitende Bündnisse zu schließen und die daraus resultierenden Chancen, gerade im Handel, zu nutzen. Hier hat die EU in den letzten Tagen ein Abkommen mit Indien unterzeichnet und nach vielen Jahren des Ringens den Mercosur-Handelsvertrag mit Südamerika finalisiert. In Zeiten harter Brüche sind Allianzen und das Überwinden von Egoismen das Gold für ein funktionierendes Gemeinwesen. Dies gilt sowohl für den deutschen Staat und dessen internationaler Ausrichtung, als auch für seine Einbettung in das europäische Konzert.

Deutschland in der EU
Die europäische Geschlossenheit ist in diesen Tagen wichtiger denn je, denn nur in diesem grenzüberschreitenden Zusammenschluss findet die deutsche Stimme ein Gehör. Ich glaube, die angesprochenen Verträge der letzten Wochen sind ein guter nächster Schritt für die politische und wirtschaftliche Ausrichtung unseres Landes. Auch sie geben Unternehmen in Deutschland einen neuen Rahmen, innerhalb dessen Wachstum sich fortsetzen kann. Der weitestgehend freie Handel ist meiner Meinung nach eine Grundvoraussetzung für eine fortbestehende, am Frieden ausgerichtete Weltordnung. In Zeiten großer internationaler Polarisierungen gibt ein Staatenbündnis, das sich an Werten wie Toleranz, Mitsprache und Wohlstand orientiert, der Weltpolitik einen Anker.
Der Umgang mit den Anderen und dem vermeintlich Fremden
Blicke ich auf die Entscheidungen der Regierung Merz in Bezug auf die Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, so stelle ich die Angst vor Überfremdung und die Furcht vor einem Machtverlust an die politisch rechts ausgerichtete AfD fest. Die Menschen, die überwiegend aus dem arabischen Kulturkreis zu uns kommen, sind meist jung und bereit anzupacken, um sich in unserem Land eine Zukunft aufzubauen. Asylunterkünfte, in denen Geflüchtete sehr schlecht behandelt werden, wecken Aggressionen unter ihnen, die sich in Form von Gewalt Bahn brechen. Aktuelle und zunehmend auftretende Ereignisse dazu bedürfen des genauen Hinschauens vor einer Verurteilung auch der Täter.
Hohe Ausgaben auf Basis von Schulden
Eine weitere Frage an den deutschen Bundeskanzler von mir wäre, ob es in der Tat notwendig war, gleich nach der Kabinettsbildung im Mai 2025 die stolze Summe von 500 Mrd. € in die Hand zu nehmen, um Deutschland zu modernisieren. Der Staat hatte dieses Geld nicht, er musste sich dazu verschulden. Reformen, wie sie Merz gerade anstrebt, zielen auf eine Streichung der sozialen Leistungen für ihre Empfänger ab. Hier gefährdet Merz den vielbeschworenen sozialen Frieden in Deutschland. Weitere Risse würden so in der sowieso schon durch Corona gebeutelten und geschwächten Gesellschaftsarchitektur entstehen. Dringender wäre der Handlungsbedarf bei einer Reform des Steuersystems, bei einer Verschlankung der Verwaltung und einer Reform des Bildungssystems mit der Überlegung, die teure Beamtenschaft zurückzubauen, die zu preußischer Zeit dem Staat diente.
Fazit:
Ich verstehe die Unzufriedenheit vieler Bundesbürger mit dem deutschen Bundeskanzler derzeit. Das Land befindet sich im Inneren in einer Schieflage. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Insolvenzen nehmen zu. Anreize zu investieren, gibt es wenige, Energie verteuert sich steigend - die Menschen im Land suchen nach Sicherheit. Ungezügelter Optimismus ist hier fehl am Platz. Jammern verschlimmert die Lage. Überlegungen und Ideeen für Prosperität und Freude in dieser konfrontrativen Zeit sind ein Weg, für ein Lächeln. :D

